Der digitale Wandel verlangt den angehenden jungen Fachkräften einiges ab: Sie müssen vor allem den Umgang mit Komplexität beherrschen, mit neuester Steuerungs- und Antriebstechnik, Software, IT-Systemen und den verschiedensten Fertigungs-Verknüpfungen. „Die große Kunst besteht darin, Lehrlinge bei der Aneignung von Fähigkeiten und Fertigkeiten so zu unterstützen, dass sie sich zu selbständig handlungsfähigen Fachkräften entwickeln können und sich in dieser vernetzten Welt voller neuer Tätigkeitsfelder auch wohlfühlen“, so Heimo Gladik, stellvertretender Geschäftsführer im Schulungszentrum Fohnsdorf.

Das SZF, bereits seit Jahrzehnten auch Partner von Wirtschaft und Industrie im Bereich innovativer Lehrlingsausbildung, lud vergangene Woche erstmals zu einem Symposium zum Themenbereich „Lehrlingsausbildung 2.0“.
Neben einer Vorstellung der umfangreichen Fördermaßnahmen für Lehrlinge, die von Sabine Felfer-Sitzenfrei (Arbeitsmarktservice), Christian Prack (Wirtschaftskammer) und Petra Sabathi (Steirische Wirtschafsförderungsgesellschaft) präsentiert wurde, standen speziell Best Practice Beispiele erfolgreicher Kooperationen in diesem Bereich im Mittelpunkt. Heinz Gruber von der Stahl Judenburg und Gerhard Raffling von der Firma ATM berichteten über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Schulungszentrum Fohnsdorf.

Die neuen Anforderungen an die Lehrlingsausbildung bedeuten aber auch, dass sich die Tätigkeiten und Aufgaben der LehrlingsausbildnerInnen in den Unternehmen verändern werden. Den AusbildnerInnen kommt künftig mehr denn je eine Schlüsselfunktion zu. Denn viele der Bereiche, für die sie ausbilden, sind längst von der Digitalisierung erfasst oder werden in nächster Zeit erfasst werden. „Trainerinnen und Trainer werden zu BegleiterInnen, die die jungen Menschen in ihrer Lebenswelt abholen“, so Gladik. Wie dies im Schulungszentrum Fohnsdorf umgesetzt wird, zeigte SZF-Trainerin Petra Werber sowie eine Live-Schaltung in einen Seminarraum, wo Rene Pogritz eine eindrucksvolle Vorstellung davon gab, wie kompetenzorientierter Unterricht im SZF aufgebaut und in Blended Learning Szenarien eingebettet sein kann. Statt Wissensvermittlung stehen nun individuelle Lernprozesse im Mittelpunkt, die anhand konkreter berufsbezogener Aufgabenstellungen fachliche, persönliche, soziale und digitale Kompetenzen integriert fördern.

Neben vielen Wirtschaftsvertretern, die die Veranstaltung im SZF „vor Ort“ miterleben konnten, nahmen auch einige Firmen mittels Live-Schaltungen über das Internet daran teil. So werden im Schulungszentrum Fohnsdorf auch immer mehr Qualifizierungseinheiten über Blended Learning Szenarien angeboten. „Präsenz- und Onlinephasen wechseln einander ab, die Qualifizierung wird individuell zugeschnitten, TrainerInnen werden zu Coaches und BegleiterInnen auf Augenhöhe – damit bieten wir die Grundlagen, dass sich Menschen bestmöglich für die Wirtschaft qualifizieren können“, meinte Heimo Gladik abschließend.
Alle mit auf den Weg in eine komplexe, digitalisierte Arbeitswelt zu nehmen und auch auf jene nicht zu vergessen, die sich im heutigen Berufsleben schwer tun – das ist das Credo von Robert Kalbschedl, seit kurzer Zeit neuer Aufsichtsratsvorsitzender des Vereins Schulungszentrum Fohnsdorf.
Robert Kalbschedl, der diese Funktion von Dir. Ing. Dieter Fritz übernahm, ist seit 1980 Mitarbeiter des steirischen Arbeitsmarktservice. Nach Stationen als Berufsberater und Abteilungsleiter wurde Kalbschedl im Jahr 1997 Geschäftsstellenleiter bei AMS Knittelfeld, seit drei Monaten steht er der fusionierten neuen Geschäftsstelle Judenburg/Knittelfeld vor. „Ich versuche, im Aufsichtsrat die Themen der Zukunft aufzuzeigen, etwa Industrie 4.0 oder die Digitalisierung der Arbeitswelt, und dass diese Visionen auch umgesetzt und finanziert werden können“, so Robert Kalbschedl.
Der Verein Schulungszentrum Fohnsdorf agiert gemeinnützig, Vereinsmitglieder sind das Arbeitsmarktservice, aber auch die Gemeinden Judenburg und Fohnsdorf. 1975 eröffnet, ist das Haus mittlerweile zu einer österreichweit anerkannten und beachteten Qualifizierungseinrichtung gewachsen. Diese „Offenheit“ gegenüber neuen Ideen und Vorstellungen, aber auch die gezielte Ausrichtung nach den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes machen das Haus zu einem „Vorzeigeunternehmen“ der österreichischen Erwachsenenbildung. „Wir wollen neue Zielgruppen ansprechen, aber auch die Öffnung gegenüber anderen Bundesländern vorantreiben und natürlich auch Wege und Mittel zur Finanzierung des Hauses und seiner Innovationen finden“, so Robert Kalbschedl.

Oktober 2019
Seit 2015 bestehen Kooperationen zwischen dem Schulungszentrum Fohnsdorf und MAGNA. So startete auch im April 2018 eine erneute Ausbildung für 12 Personen zur/zum ET-Anlagen-/BetriebstechnikerIn direkt in der Lehrwerkstätte von MAGNA in Graz. Das SZF fungierte hier als Bildungsträger für die Stiftung über den Verein Wirtschaftsoffensive. Trotz schwieriger Voraussetzungen aufgrund von teilweise fehlenden Deutschkenntnissen, familiären Herausforderungen etc. der TeilnehmerInnen, entschied man sich, gemeinsam dieses „Projekt“ durchzuziehen. Vor den Beteiligten standen somit:

- 12 Monate intensives Lernen
- 12 Monate „Nachmittagsschicht“
- 12 Monate nahe Zusammenarbeit zwischen TeilnehmerInnen und Trainer
- 12 Monate wenig bis keine Freizeit
- 12 Monate Belastung in allen Lebensbereichen
- 12 Monate 100%-ige Einsatzbereitschaft der SZF-Trainer
- 12 Monate Praxis und Theorie inkl. Praktikum bei MAGNA

Die Lehrabschlussprüfung fand direkt vor Ort statt, das Ergebnis spricht für sich: 11 von 12 TeilnehmerInnen haben die LAP erfolgreich absolviert und bekamen danach eine sofortige Einstellzusage von MAGNA.

An dieser Stelle möchten wir uns im Namen des SZF bei allen Beteiligten für die erfolgreiche Durchführung, Zusammenarbeit und vor allem für den Einsatz, die Geduld und das Durchhaltevermögen unserer Trainer bedanken.

Juni 2019
Nahezu 50 AusstellerInnen, weit über 700 BesucherInnen und zufriedene Gesichter bei allen Beteiligten - die 25. Jubiläumsjobmesse im Schulungszentrum Fohnsdorf übertraf alle Erwartungen.

Mit dem Leitmotiv „Gemeinsam mit Unternehmen gegen Arbeitslosigkeit!“ startete das SZF vor einigen Jahren mit einer Plattform, bei der sich Betriebe interessierten und arbeitsuchenden Menschen präsentieren können. Weit über 500 Firmen sind es, die sich in den vergangenen Jahren an dieser mittlerweile größten obersteirischen Jobbörse beteiligt haben. „Die Suche nach qualifizierten MitarbeiterInnen wird immer schwieriger. Diese Jobbörse bietet für uns eine gute Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu kommen und auch mit dem SZF, dem AMS oder Förderstellen Qualifizierungsprojekte zu entwickeln“, so Ausstellerin Mag. Natascha Huber von Ennstal Milch. Die Personalreferentin des Unternehmens setzt auf die Flexibilität und Innovation des Schulungszentrum Fohnsdorf: „Wir haben gemeinsam Schulungspläne entwickelt, die maßgeschneidert sowohl im SZF als auch in unserem Betrieb je nach betrieblicher Notwendigkeit umgesetzt werden können“, so Huber.

Diese „punktgenauen“ und arbeitsplatzbezogenen Lösungen des Schulungszentrum Fohnsdorf sind auch für den steirischen AMS-Geschäftsführer Mag. Karl-Heinz Snobe, der die offizielle Messe-Eröffnung gemeinsam mit Wirtschaftskammer-Präsident Ing. Josef Herk vornahm, ein wichtiges Kriterium gegen den Mangel an qualifizierten Kräften. „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zu einem Nachfragemarkt“, so Snobe, der das Schulungszentrum Fohnsdorf als „Flaggschiff der beruflichen Qualifizierung in der Steiermark und weit darüber hinaus“ hervorhob.

Auch für WK-Präsident Herk steht angesichts des latenten Fachkräftemangels Qualifizierung im Vordergrund. In Zeiten, in der Arbeitslosigkeit sinke und die Zahl der offenen Stellen drastisch steige, könne man diesem Trend nur durch Qualifizierung begegnen.
Die Jobmesse im Schulungszentrum Fohnsdorf, welche zweimal jährlich veranstaltet wird, stellt mittlerweile eine der wichtigsten Plattformen für Jobsuchende und Unternehmen in der Region dar. „Neben der aktiven Personalsuche bietet diese Veranstaltung auch die Möglichkeit des lokalen und digitalen Netzwerkens untereinander an. Wir finden gemeinsame mögliche Kooperationen, um aktiv gegen Arbeitslosigkeit anzukämpfen“ so Mag. Edmund Müller, SZF-Geschäftsführer.

Über 700 InteressentInnen nutzten die Gelegenheit, direkt mit Unternehmen in Kontakt zu treten, für sehr viele von ihnen war es auch der Start in ein neues Berufsleben. Die nächste derartige Plattform wird im Herbst 2019 stattfinden und auch mit einigen Neuerungen aufwarten.

März 2019
Am 13. März 2019 ging der erste Durchgang des dreimoduligen Lehrgangs zum Wassersommelier/Wassersommelière, der erstmals in Österreich (bei uns im Schulungszentrum in Fohnsdorf) durchgeführt wurde, zu Ende. Zu diesem Lehrgang durften wir 10 TeilnehmerInnen begrüßen (Peterquelle, Römerquelle, Thalheimer Heilwasser und Spar Österreich). Gerne würden wir Sie kurz über diesen Lehrgang informieren.

Im ersten Modul lernten die sehr interessierten TeilnehmerInnen die theoretischen Grundlagen rund ums Wasser kennen. Dabei ging es in erster Linie um die Unterscheidung zwischen natürlichem Mineralwasser, Heilwasser, Quellwasser und Trinkwasser. Wir denken, dass dies gerade in Österreich sehr wichtig ist, um die Vorteile natürlichen Wassers, wie Mineralwasser, Quellwasser und Heilwasser gegenüber Leitungswasser und Granderwasser herausstellen zu können.

Sehr wichtig war im ersten Modul auch die Wissensvermittlung über die Wirkung und den gesundheitlichen Nutzen einzelner Mineralstoffe im Wasser. Nur so können die TeilnehmerInnen später die Wertigkeit und Vielfalt verschiedener Mineral-, Heil- und Quellwässer kommunizieren. Insbesondere wurden dabei natürlich auch die Mineral-, Heil- und Quellwässer Österreichs berücksichtigt und eingehend besprochen.

Im zweiten Modul ging es einzig und allein um die Sensorik von Wasser. Beginnend mit extra zubereiteten Mineralstoffmischungen lernten die TeilnehmerInnen von Grund auf den Geschmack und das Mundgefühl verschiedener Mineralstoffe kennen. Dieses Wissen wurde dann auf die natürlichen Mineral-, Heil- und Quellwässer übertragen, so dass zum Schluss jedes verkostete Wasser hinsichtlich Aussehen, Geruch, Geschmack und Haptik beschrieben werden konnte.

Beim dritten Modul stand die Vermarktung von Mineral-, Heil- und Quellwasser in der Gastronomie und dem Getränkehandel im Fokus.
Ausgehend von den verschiedenen Positionierungsmöglichkeiten wurden beispielsweise Vermarktungsmöglichkeiten in der Gastronomie besprochen. Passend dazu wurden verschiedene österreichische Mineral-, Quell- und Heilwässer als Grundlage zu Cocktails, alkoholfreien Mischgetränken und zur Zubereitung von Tee und Kaffee verwendet und anschließend verkostet. Auch Foodpairing stand auf dem Programm, sei es eine eingehende Verkostung verschiedener österreichischer Wässer als Begleiter zu verschiedenen Rot-, Weiß- und Schaumweinen oder auch die Verkostung verschiedener Käsesorten zu verschiedenen österreichischen Wässern.

Um Mineral-, Heil- und Quellwasser im Getränkehandel erfolgreich vermarkten zu können, wurden Verkaufsaktionen speziell für den Handel kreiert. Nach Abschluss des dritten Moduls und dem erfolgreichen Absolvieren der verschiedenen Prüfungen konnten alle Teilnehmer das Zertifikat „Wassersommelier“/„Wassersommelière“ in Empfang nehmen.

Durchgeführt wurden die drei Module von SZF-Trainerin Gerlinde Mock, die neben ihrer Erfahrung im Wasserbereich als zertifizierte Wassersommelière auch ihre fundierte Expertise als diplomierte Käse-, Kaffee- und Teesommelière sowie als Weinakademikerin einbringen konnte und von Dr. Peter Schropp, Mitglied der Geschäftsleitung bei Doemens und Initiator/Verantwortlicher für die Doemens-Wassersommelier-Ausbildung.

März 2019